Mit einer handverlesenen Reisegruppe – Wolfe, Theo, Jens, Sebbi, Thomasi, Präsident Andi K. (lat. praeses perpetuus) sowie meine Wenigkeit alias „Ehrenrat“ Lutz (lat. consilium honoris – Rat der Ehrenhaften, selbsternannt und unkündbar, Rückfragen dazu und zur Satzung des Ehrenrats gerne an AK richten) – machten wir uns auf zur europäischen Mission nach Rom.
Die Anreise gestaltete sich sine stressu: erstes Flughafenbier, Flug über München nach Rom, Ankunft in der Ewigen Stadt, alles wie aus dem Lehrbuch des peregrinus idealis (lat. der ideale Reisende).
Untergebracht waren wir in einem kleinen, feinen Hotel mitten im Zentrum Roms – locus optimus. Ein erstes Highlight ließ nicht lange auf sich warten: Der „Ehrenrat“ und der „Präsident“ zzgl. Zimmerkumpanen Bomber Wolfe und Thomasi durften sich dank göttlicher Fügung oder schlicht römischer Großzügigkeit über ein Upgrade in eine Superior Suite freuen. Manche nennen es Karma manche einfach nur fortuna stultorum – „Glück der Dummen“!
Nach standesgemäßem, leicht epischem Galama (lat. disputatio infinita – endlose Diskussion), angeführt vom Thomasus Kuhnus, der grundsätzlich alles entscheiden will, sich dann aber doch nicht entscheiden kann, und kommentiert vom Ehrenrat, der alles schon mal besser geplant hätte, aber sich auch nicht durchsetzen kann, erreichte man gegen 16 Uhr das erste Tourikreuzle: den Trevi-Brunnen, nur einen Steinwurf vom Hotel entfernt. Mit etwas corpus contra corpus (Körpereinsatz) kämpften wir uns durch die allgegenwärtigen Horden selfie-wütiger Insta-Models und eroberten eine aussichtsreiche Fotoposition. Tatsächlich entstanden ein paar durchaus ansehnliche Bilder des Brunnens inkl. Mad-Beavers-Mob!
Weiter ging es zur Spanischen Treppe, die bei uns allerdings eher ein Achselzucken als ehrfürchtiges Staunen hervorrief. Unverständlicherweise – aus heutiger Sicht ein klarer Fehler des concilium – stimmte das anwesende MB-Plenum gegen den vehement vorgetragenen Vorschlag, die Aussicht über Rom von einer Rooftop-Bar zu genießen. Lutze war folglich parum iratus (lat. ein bisschen angepisst).
Das Pantheon hingegen beeindruckte dann wieder alle nachhaltig – ein wahres monumentum aeternum. Bis hierhin übrigens: kein weiteres Bier. Ein Zustand, der bei Mad Beavers nur schwer als normal durchgeht und hier und da von einzelnen auch ein lautstark kritisiert wurde.
Erneut ließ man unverständlicherweise eine Rooftop-Bar links liegen und zog stattdessen ins „Trinity“, ein kleines Irish Pub. Dort arbeitete ein Barkeeper offenbar im modus cocaino et drogīs refertus (lat. Voll drauf) und verweigerte uns einen Snakebite wegen angeblichen Rassismusverdachts. Warum ein Snakebite rassistisch sein soll, blieb sein Geheimnis – nobis non curandum (lat. uns egal). Wir tranken halt normalen Cider und Guinness. Lecker!
Nach einigen sehr schmackhaften Cidern und anderen Bierspezialitäten meldete sich dann der Hunger – primus stomachi alarmus. Spätestens jetzt übernahm Reise-Duce Jensemann (lat. dux itineris – selbsternannter Reiseleiter mit unerschütterlichem Sendungsbewusstsein) endgültig das Kommando. Man folgte den Ansagen des Duce und steuerte ein Restaurant im Ausgehviertel Trastevere jenseits des Tibers an. Auf dem kurzen Fußmarsch wurden die Qualitäten der römischen Baumeister nochmals ausführlich gewürdigt und der Wasserstand des Tibers von einer Brücke aus minimal erhöht (lat. aqua addita – Wasser hinzugefügt). Vorbei an unzähligen Kneipen landeten wir schließlich im legendären „Nannarella“.
Was folgte, war pura felicitas: Unmengen an Carbonara, leckerer Hauswein, weitere italienische Spezialitäten – ein Festmahl, wie es Caesar, aber auch dem schmerzlich vermissten Elsmar gefallen hätte. Am Ende der Schlemmerei meinte Theo, einen Trupp schwarz-vermummter Gestalten gesehen zu haben. Aufgrund seiner Vorsicht wurde er allerdings massiv verarscht. Dies sollte sich später als error gravis herausstellen!
Die Realität kam auf dem Fuße – und zwar schneller als einem lieb sein konnte. Nachdem man sich in altbekannter Mad-Beavers-Manier auf die Bum Bum Bar als nächste Lokation geeinigt hatte, erlebte unsere inzwischen auf elf Personen angewachsene Gruppe – inklusive vier Mitgliedern des Bollwerk Süd – eine Improvisum malum. Es kamen uns rund 50 bis 70 Römer entgegen, alle in schwarz, vermummt bis zur Nasenspitze, bewaffnet mit allem, was man halt so findet, wenn man morgens aufsteht und beschließt, ein Vollidiot zu sein – Knüppel, Stangen, Baseballschläger, Eisenstangen. Wir wurden völlig überrascht, an den Rand der engen Gasse gedrängt, während der vordere Teil unserer Gruppe unbehelligt blieb. Als die Horde fast vorbeigezogen war, entdeckten sie bei Carlo vom Bollwerk eine VfB-Kappe und wurden dann doch noch auf unsere Gruppe aufmerksam. Daraufhin bearbeiteten sie ihn, Jensemann und sogar das Italienermädle vom Bollwerk mit Fäusten und Fußtritten. Erst das beherzte Eingreifen eben dieser in deren Muttersprache veranlasste die feigen canes (lat. Hunde), von uns abzulassen. Das ist echt gerade nochmal gut gegangen. Übrigens, als wir die wenigen Cops dann noch auf den Aufenthaltsort der Schlägertruppe aufmerksam machen wollten, antworteten die uns in flüssigem Cockney-Slang: „Sorry, I don’t understand English!“ Was für spurcissimi nebulones! Später erfuhren wir, dass der Mob zu einer Bar mit zahlreichen VfB-Fans weiterzogen und dort gewütet hatte. Ein erbärmlicher Haufen. Abschaum – purissima infamia (lat. reinste Schande).
Der Abend war damit totalus im Arschus. Nach dem ersten Schock genehmigte sich ein kleiner Teil der Reisegruppe im Klavierzimmer unserer Superior Suite noch ein/ zwei weitere Bier medicina cerevisiae (lat. Bier als Medizin). Danach schleppte man sich völlig erledigt, aber immerhin vollständig, ins Bett – finis diei.
Der Spieltag am Donnerstag begann mit ausgiebigem Sightseeing: Kolosseum, Forum Romanum und Co., später noch der Petersplatz. Alles ließ den Tag wie im Flug vergehen – tempus fugit.
Nach den Ereignissen des Vortags war man sich einig, dass die Chancen für Bomber, Sebbi, Thomasi und Lutze, mit deutschen Personalausweisen ins Stadion zu kommen, gegen null tendieren. Beim letzten Bier vor der standesgemäßen Maserati-Fahrt zum Stadion schmiedete man daher einen Schlachtplan – consilium audax. Wir wollten erst die Lage sondieren und dann das schwächste Glied in der Ordner-Reihe ausmachen, um dort den Durchbruch ins Stadio Olimpico zu schaffen!
Die Spannung stieg ins Unermessliche – suspensio maxima: Erste Kontrolle – Karten. Easy. Zweite Kontrolle – Abtasten, schon unangenehmer. Dritte Kontrolle – Perso. Jetzt wurde es ernst. Sehr ernst. Ohje. Wie sollten wir da vorbeikommen?
Die Lösung war ebenso dreist wie genial – ars fraudandi (lat. Kunst des Täuschens): Sebbi zeigte mit stoischer Ruhe seinen Werksausweis, unser Österreicher Bomber und Schweizer Thomasi kramten seelenruhig ihre Krankenkassenkarte hervor und Lutze präsentierte voller Überzeugung seinen selbstgebastelten, originalen Schweizer „Anwohnerausweis“. Kein Zucken, kein Lachen, nur Pokerface – facies lapidea (lat. steinernes Gesicht). Sensatio maxima: Alle drin! Wie viele andere Schwaben übrigens auch, die plötzlich in der Schweiz, Liechtenstein oder Österreich beheimatet waren. Einer zeigte sogar ein paar Handyfotos und spazierte problemlos durch die Kontrolle – ars improvisandi.
Das Stadion selbst ist beeindruckend und voller Geschichte – hier holten wir 1990 den WM-Titel, ein gewisser Diego zeigte dem anderen kleinen Diego, wo der Bartel den Moschd holt und spielte ihn an die Wand! Ein wenig erinnert es an das alte Neckarstadion, was sofort patria in corde (Heimat im Herzen) aufkommen ließ.
Das Spiel des VfB war eigentlich gut. Sehr ordentlicher Support, spielerische Überlegenheit – aber wie so oft gilt: Wer keine Tore macht, gewinnt halt nicht. Sic est vita!
Nach dem Spiel zog es den schweizerisch-österreichischen Teil der Gruppe nochmals ins „Trinity“. Als dieses jedoch kurzfristig von der Polizei geschlossen wurde, ging es nach einem langen Tag noch einmal kurz ins Klavierzimmer und dann endgültig ins Bett.
Was für ein Trip!
Fazit: Eine sehr tolle, extrem ereignisreiche Tour mit allem, was dazugehört – Freundschaft, Fußball, Wahnsinn und ein bisschen römisches Chaos. Iter memorabile!
Grüße gehen raus an die Kameraden vom Bollwerk Süd und das Italienermädle und natürlich an den Mavropanos vor uns, der als Rollibegleitung alles gab und den VfB mit allem unterstützte, was er hatte. Respekt! Nunc est bibendum!