Eine wahre Freude ist es, wenn dein Verein auch in der Fastenzeit noch international spielt. Das kennt der weiß-rote Brustringträger eigentlich nur aus Erzählungen aus ganz alten Tagen. Ist dann noch der Champions-League-Sieger aus Porto zu Gast, kann das eigentlich nur ein runder Abend werden. 

Tja, wurde es aber nicht. Manch einer wusste wohl schon, ob der blauen Trikots unserer Ballspielfreunde aus Porto, dass das ein interessanter Abend werden sollte. Aber kurz von vorn: Während meine Anreise (Schienenersatzverkehr, ihr erinnert euch) eher schleppend verlief, waren die Kameraden rund um AK, Boxer, Jens, Medes und Robbe überpünktlich, sodass man sich noch an der kleinen Jubiläumsfahne des CC huldigen konnte, bevor wegen 10 Bengals der „Superdrachen“ das Spiel doch ganze zehn Minuten später anfing. An dieser Stelle Glückwunsch an das CC, wer hätte damals im 36er gedacht, dass dieser Haufen und die Stuttgarter Nasen so eine Szene-Entwicklung nehmen. Aller Ehren wert. 
Ganz im Gegenteil zu den ehrlosen Portugues auf dem Platz: Junge, junge. Ich habe schon viel gesehen, aber, um im Vergleich zu bleiben, nicht mal das (Zitat von Mario G. aus U.) „Arschloch Maik Frantz“ ist auch nur im Ansatz mit den ehrlosen Superlutschern aus Porto zu vergleichen. Von Minute eins war das ein Spiel auf Zeit, voller Nickligkeiten, Lamentieren, Schwalben, Schiedsrichter am Ohrläppchen hängen und einfach auf gut deutsch eine Fotze zu sein. Gekrönt natürlich dann mit einem mehr als provokanten Torjubel direkt vor der Cannstatter Kurve. Manch Brustringjünger war schon auf dem Weg aufs Grün und konnte Gott sei Dank von überlegten Kameraden aufgehalten werden. Natürlich ist es keine kurze Sekunde der Genugtuung wert, ein Stadionverbot für eine unüberlegte Aktion zu kassieren. Daher, Chapeau, dass man sich gerade nochmals am Riemen reißen konnte… 
Fußball gespielt wurde, falls es möglich war weil gerade keiner der Blauen kurz vor dem dritten Schlaganfall auf dem Spielfeld starb, dann auch. Eigentlich war der VfB richtig stark in diesem Achtelfinale, um dann durch zwei saudumme Fehler mit 0:2 in Rückstand zu geraten. Und tja, das muss man den Schauspielern lassen, die Fehler wurden gnadenlos und bockstark bestraft. 
Dennoch war der VfB gut drin, die Kurve sogar phasenweise sehr gut drin. Die etwas interessante Spielweise und das Gebaren des Gegners taten den Rest, sodass kurz vor Halbzeit auch die Gegengerade satt am Pöbeln war und durch Undav der mehr als verdiente Anschlusstreffer gelang. Ich hoffte auf eine giftige, emotionale zweite Halbzeit, aber so richtig wurde daraus nichts. Der Schiedsrichter half auch noch ordentlich mit, so dass jedes kleine Foulchen dann auch eines war und daher wollte der zündende Funke so recht nicht mehr überspringen. Mein lieber VfB, ich hoffe du hast gelernt, dass es in solch einem Spiel bei solch einem Gegner, ab Minute eins in jedem Zweikampf wehtun muss. Ich sage nicht „unfair“ zu spielen, aber mit aller Härte, die erlaubt ist. Nur so bekommst du solche Pussies klein. Selbstredend, dass Stiller zum krönenden Abschluss die Ränge mit seinem Ausgleich zum Explodieren brachte, der Herr aus Litauen, aber etwas dagegen hatte. Sportlich also alles in allem ein gebrauchter Tag. Auf den Rängen war es dem 29-jährigen des CC aber durchaus würdig. Zu den Gästen hätte ich auch gerne was geschrieben, aber wenn deine Mannschaft so eine Fotze ist, dann darf über dich nicht geschrieben werden. 
Jetzt geht es also mit 1:2 in Rückspiel ins wunderschöne Porto. Ich denke alle haben eine Portion Wut im Bauch, Szene, Spieler, Betreuer, einfach alle, insbesondere Fritzle. So machte man den Spielern in einer emotionalen Ansprache nochmal richtig Feuer, denn verloren ist hier noch gar nichts! 
Auf geht’s Stuttgart kämpfen und siegen! 

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