Es ist schon unglaublich, während wir vor ein paar wenigen Jahren noch Stammgast in der Abstiegsrelegation waren, sind wir es aktuell im DFB-Pokalhalbfinale. Und so sollten wir hier wieder mal auf den Sportclub aus Freiburg treffen. So machte sich auch ein stattlicher Haufen Beavers auf den Weg nach Stuttgart, die einen schon in aller Herrgottsfrüh, um (planmäßig, aber dann leider doch nicht) noch der Trikotausstellung zu frönen, die anderen mit einem quasi-kaputten Bus, wieder die nächsten mit Thomasi-Airlines und nochmal die nächsten als Business Kasper mit dem ICE aus der Hauptstadt der Schickeria …

Nur einer großen (ziemlich satten) Pyroshow der Cannstatter Kurve (und Thomasis Smart Car) ist es zu verdanken, dass ich, obwohl zu spät, vom Spiel nichts verpasste. Kurz noch AK, Bombese, Marco, Medes, Jens, Robbe (nadirlich), Sailo, Sebi, Thomasi, Theo, Phil, sowie Nini und Hannes samt Nachwuchs und dem roten Ried „Hallo“ gesagt und dann konnte es losgehen. Und leider war das die ersten 30 Minuten ziemlich zäh, sowohl auf den Rängen als auch auf dem Platz. Zwar hatte man gefühlt 1893% Ballbesitz, aber es war ein Revival alter Zeiten: „Gib dem VfB den Ball und warte auf einen Fehler“. Und natürlich machten wir diesen auch, sodass aus einer Ecke fast folgerichtig das Führungstor für die Badenser fiel. Dann kam der VfB und die Kurve aber langsam in Stimmung, sodass sich ein ansehnliches Spiel entwickelte, man aber dennoch in Halbzeit 1 nicht mehr wirklich zwingend wurde. 
Merklich besser wurde unser Spiel und auch die Unterstützung auf den Rängen in Halbzeit 2. Man steigerte den Druck, kam auch zu einigen Chancen, aber natürlich ist es dann so, dass der Gäste-Keeper a ka Florian Müller einen Tag erwischte hatte, den er bei seiner Zeit in Stuttgart vermutlich nicht mal im Training hatte. Viele beschlich also langsam das Gefühl, dass es heute wohl ein so ein Spiel werden würde, indem du zwar überlegen bist, aber nachher schimmlig 0:2 verlierst und in 1893 Minuten eben kein Tor erzielen würdest. Und dann kam diese Szene in der eigentlich die Badenser das zweite Ding machen müssen, doch Honda äh Suzuki wurde in allerletzter Sekunde geblockt. Tief durchatmen, doch nein Stillers Klärung landet (vielleicht bewusst) bei El Khannouss, der sich bis zum Kotzen die Seele aus dem Leib rennt, mit einer Körpertäuschung zwei Freiburger stehen lässt, dann Tempo verzögern muss bis Lokomotive Undav auch dabei ist, just auf diesen abspielt und dieser in der 72. Spielminute (gell, „Herr“ Nagelsmann) überlegt ins lange Eck einschiebt. Was für eine Bude, was für ein Jubel, Ekstase auf den Rängen. Auf geht’s VfB! Die verbleibenden nicht mehr ganz so hochkarätigen Chancen machte allerdings wiederum Florian Müller zunichte, sodass also die Verlängerung anstand. 
Zur Wahrheit dieses Abends gehört dann auch, dass Freiburg eigentlich mit dem ersten Angriff in Führung geht, aber der Treffer zu unrecht abgepfiffen wird. Sicher läuft die Verlängerung dann anders, ob wir nochmal zurückgekommen wären, wer weiß. Fakt ist aber auch, dass der VfB die folgenden 30 Minuten drückend überlegen war und am Pfosten, sowie dem überragenden Müller scheiterte. Als man ein paar Minuten vor Schluss mental die möglichen Elfer-Schützen des VfB durchging, wurde einem quasi schlecht. Ich konnte mir höchsten zwei der unseren vorstellen, die vermeintlich sicher treffen sollten. So ging es wohl auch unserem Trainer als er kurz vor Schluss Vagnoman und Bouanani einwechselte. (Anmerkung der Redaktion: Diese beiden hatte ich auch nicht auf meinem Zettel). Und dann, dann lief sie diese 119. Minute eines denkwürdigen Spiels: Rechts kommt Vagnoman ins Spiel, der legt ab auf Bouanani, zieht in den 16er, flankt, findet Tiago Tomas‘ Volleyhake und der Ball trudelt genüsslich ins lange Eck. Bääääääääääääääähhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhmmmmmmmmmm. VfB Stuttgart, das sind wir! Alles was danach passiert, ist nicht in Worte zu fassen…

Kurz noch ein Wort zu den Gästen: Freiburg interessiert in Stuttgart wirklich niemanden, dennoch muss man ihnen an diesem Pokalabend einen guten Auftritt, samt Choreo, Pyroshow und Support bestätigen. Gejuckt hat es natürlich dennoch niemanden.

Und jetzt stehen wir also als amtierender DFB-Pokalsieger erneut im Finale (sind wir eigentlich in der Matrix?). Letztes Jahr spielten wir gegen „100.000 Bielefelder“, dieses Jahr geht es gegen „die aktuelle beste Mannschaft Europas“, wobei letztes Zitat vermutlich aktuell sogar stimmt. Von 100 Spielen gegen diese Bayern verlieren wir 99. 98 vermutlich sogar ziemlich deutlich. Aber, es gibt auch dieses eine Spiel, das wir – wie schimmlig auch immer – gewinnen. Stellt euch nur für eine Sekunde mal vor, diese eine Spiel ist am 23. Mai 2026 in Berlin.
Allez VfB, alle nach Berlin!

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